• Brüder Grimm-Nationaldenkmal vor dem Neustädter Rathaus © HMWK, Kilian Schönberger

Nach einer in Hanau umgehenden Sage sollen Jacob (1785-1863) und sein Bruder Wilhelm Grimm (1786-1859) jeweils um Mitternacht ihre Position tauschen. Steht jetzt Jacob oder sitzt Wilhelm? Die beiden gelehrten Männer, die nicht nur wegen ihrer Märchen in jeder neuen Generation wiedergeboren werden, hätten ihre Freude an dem Volksglauben gehabt. Auch daran, dass am Denkmal die 600 km lange Deutsche Märchenstraße beginnt. Mit dem Doppelstandbild nach dem Entwurf von Syrius Eberle vor dem Neustädter Rathaus ehrte Hanau 1896 seine berühmtesten Söhne. Deren Namen kennt heute die ganze Welt.

Referenzen:

Brüder Grimm

Pastell eines unbekannten Künstlers: Das Geburtshaus der Sprachforscher und Volkskundler am alten Paradeplatz (heute Freiheitsplatz) in Hanau
© VSG

Kinder- und Hausmärchen
Nur Märchen?
Die „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm reihen sich unter die großen Sammlungen von Volksliedern, Mythen, Märchen und Sagen, die die Romantiker wie Schatzgräber zusammentrugen. Angesichts der napoleonischen Herrschaft und einer ungewissen Zukunft besannen sie sich auf das wahre Unverfälschte, das echte Unverbrauchte des Vaterlands. Indem sie einen „nationalen Volksgeist“ beschworen, verfolgten sie das Ziel, bei ihren deutschen Landsleuten das Bewusstsein einer Kulturnation zu schärfen. In den mündlich überlieferten Märchen etwa sahen Jacob und Wilhelm Grimm nichts weniger als den „Urgrund des Volkes“. Doch stammten sie nicht von hessischen Ureinwohnern, wie behauptet. Heute weiß man, dass sie sich das angeblich ländliche Erzählgut – „nirgends her erborgt“ – teils von gehobenen Bürgersfamilien mit hugenottischen Wurzeln holten und gelehrsam redigierten.

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