• Gernings Tauninum von der Katharinenstraße aus gesehen © Elisabeth Weymann, VSG

  • Christian Georg Schütz, 'der Vetter', Ansicht von Kronberg und Frankfurt, 1818, Aquarell auf Zeichenpapier © Museum Wiesbaden

  • Angelika Kauffmann, Bildnis Johann Isaak von Gerning, 1798, Öl auf Holz © Museum Wiesbaden

  • Die Kronberger Burg © VSG

  • Der Rosengarten des Landschaftsparks um Schloss Friedrichshof © VSG

  • Altstadt unter der Burg © VSG

  • Kronbergs Viktoriapark, ein weiterer Landschaftsgarten © VSG

Als Johann Isaak von Gerning den folgenden Satz schrieb, war das Mittelgebirge des Taunus längst ein beliebtes Ziel von Wanderungen und lieferte der Kunst Motive. „Mein Tauninum zu Kronberg ist ein lieblicher Sommeraufenthalt; es thront unter Obst- und Kastanienhainen und beherrscht die schönste Gegend von Deutschland.“ In einem Turm der Stadtmauer hatte sich der Frankfurter Diplomat, Kunst-, Altertümer-, Insekten- und Naturaliensammler häuslich eingerichtet. Von seinem (latinisierten) Landhaus genoss er einen phantastischen Ausblick in die Ebene, flog in die Gegenden aus und bedichtete sie schwelgend: So tief war er in der Heimat verwurzelt, dass ihm das Etikett eines „Taunussängers“ zukommt. Lange nach Gernings Tagen verwandelte sich die nordwestlich von Frankfurt gelegene, beschauliche Burgstadt nachhaltig. Doch nicht nur zum Nachteil: Eine englisch-gebürtige Kaiserin erkor Kronberg zum Witwensitz und ließ gleich zwei Landschaftsgärten anlegen. Eine Malerkolonie hatte sich zuvor in der „schönsten Gegend“ angesiedelt.

Referenzen:

Johann Isaak von Gerning

Das frühere Landhaus Gernings in der Kronberger Altstadt
© VSG

Museum Kronberger Malerkolonie
Die Landschaftsgärten Kronbergs:

Der „Viktoriapark“ und die Anlagen um Schloss Friedrichshof sind zeitgleich entstandene späte Landschaftsgärten. Sie sind Zeugnisse der Gartenbegeisterung der ältesten Tochter Königin Victorias von England.

Die gleichfalls Victoria getaufte Gemahlin (1840-1901) des 99-Tage Kaisers Friedrich III. zog sich als Witwe nach Kronberg zurück und beendete mit dem Bau des Schlosses den ehemals dörflichen Charakter des Ortes.

War der „Viktoriapark“ mit einem Denkmal dem Andenken ihres verstorbenen Mannes geweiht, verrät das in einen Golfplatz umgewandelte Areal um das Schloss mehr vom Charakter eines klassischen Landschaftsparks:

Dazu gehören das wellige Gelände, „clumps“ genannte Baumgruppen, riesige Solitäre wie eine Blauzeder, ein umlaufender „belt-walk“ für ständig sich neu eröffnende Gartenszenen, das Spiel mit Blickachsen, Parkstaffagen sowie eine künstliche Grotte mit Wasserfall.

Von der künstlichen Grotte im Schlosspark von Friedrichshof tritt man auf eine kleine Aussichtsplattform
© VSG

Der Englische Landschaftsgarten
Ein naturnaher Landschaftspark ist eine englische Gartenmode. Das der Romantik-Epoche lange voraus greifende und sie dann begleitende Modell entstand Anfang des 18. Jahrhunderts als Reaktion auf barocke französische Gärten. Man lehnte es damals ab, die Natur in steife Symmetrie zu pressen und künstlich zu verschneiden. In Deutschland fand der Exportschlager ab den 1770er Jahren Anklang. Ein veränderter Naturbezug der Menschen drückte sich darin aus. Hügelige Gelände, Schlängelwege, inszenierte Blickbeziehungen und mit Empfindung aufgeladene Naturszenen sowie Parkgebäude sollten die Gemüter erregen. Auf Stimmungen kam es an. "Natürlich" war ein Landschaftsgarten nicht, sondern idealisierte, zum Kunstwerk erhobene Natur. Die Schönheit der Natur nachbilden und gar in einen Garten pressen zu wollen, gab allerdings schon Ende des 18. Jahrhunderts Anlass zu harscher Kritik. Im ganzen Rhein-Main-Gebiet entstand eine Vielzahl von Interpretationen - von aufklärerisch-empfindsamen Parks bis zu spätbürgerlichen, privaten Gartenparadiesen.