• Johann Georg Schneider, Burg Ehrenfels, der Mäuseturm und Rheinstein im Mondschein, um 1800, Öl auf Leinwand © Sammlung RheinRomantik, Bonn

  • Laurenz Janscha (Stecher) / Johann Ziegler (Zeichner), Ansicht von Assmannshausen nebst den Schlössern Bauzberg und Falkenburg, aus: Collection de cinquante vues du Rhin les plus intéressantes et les plus pittoresques, depuis Spire à Dusseldorf: dessinées sur les lieux d’après nature. Wien 1798. Assmannshausen als friedliche Idylle in vorromantischer Zeit © dilibri Rheinland-Pfalz, www.dilibri.de

  • Lange schon ist der Ort abgerückt vom Rhein: Assmannshausen, gegenüber Burg Rheinstein © VSG

  • Christiane Steitz, Sanfte Brise, Tusche und Scherenschnitt, 2014 Für die App fertigte die Wiesbadener Künstlerin die Impression eines Nachens an. Ein solches Wasserfahrzeug konnte außer einem oder zwei Schiffern sechs und mehr Personen befördern. Es war mit Stroh, mit Sitzen, einem Verdeck von Spriegeln und Leinwand versehen. Seit dem 17. Jahrhundert waren Nachen in Gebrauch. © VSG

  • Laurenz Janscha (Stecher) / Johann Ziegler (Zeichner), Ansicht der Stadt Bingen, aus: Collection de cinquante vues du Rhin les plus intéressantes et les plus pittoresques, depuis Spire à Dusseldorf: dessinées sur les lieux d’après nature. Wien 1798. Bingen und die Drusus-Brücke über der Nahe-Mündung © dilibri Rheinland-Pfalz, www.dilibri.de

  • Stadt Bingen © Jürgen Fey

Breite Beton- und Asphaltbänder erstrecken sich an den Rheinufern. An vielen Stellen griffen Verkehrsplaner für moderne Transportmittel brutal in die Landschaft ein. Der Rhein wurde hinter dem Binger Loch entschleunigt. Aber wie war es einmal aufregend, die Wasserstraße zwischen Bingen und Assmannshausen zu befahren, Naturgewalt zu spüren. Hinter dem Mäuseturm stromabwärts ragten Berge und Felsen wie senkrecht abgehauene Wände auf. Schwarze Wälder mauerten ein. Furcht, gar Grauen schlich sich an manchen Passagier der Fährnachen heran. Der Rhein war hier noch wild und roh. Romantisch! Durch diese bedrohliche Enge schifften Clemens Brentano und Achim von Arnim auf ihrer zweiwöchigen Rheintour 1802 und sie genossen es: „Es wird mir nie wieder so wohl werden als im Kahne von Assmannshausen (...)“, schrieb Brentano seinem Gefährten, als dieser schon weitergereist war. Arnims Verlust schmerzte damals heftig. Den Kahn oder kleinen Nachen, den Fluss, die ganze Atmosphäre lud der Dichter noch zwei Jahre später als Bilder von Freundschaft auf. In stilisiertem Kummer: „ (...) o Arnim, mein Leben ist diesseits, jenseits, der kein Ufer, du bist der heilge Fluß, der Kahn, das Lied, die Freunde, Wasserspiegel, Himmelsspiegel, du Lethe*, ehe ich mit dir am Rhein war habe ich gelitten und nach Her, du schöner Fluß der Ruhe, fließ wieder zu mir her.“ (Lethe = in der antiken Mythologie der Strom der Unterwelt, aus dem die Seelen der Toten trinken, um zu vergessen)

Referenzen:

RR 7: die Loreley
Clemens Brentano
Achim von Arnim

Peter Eduard von Ströhling, Bildnis Carl Joachim Friedrich Ludwig Achim von Arnim, 1803/04, Öl auf Leinwand
Ludwig Emil Grimm, Bildnis Clemens Brentano, 1837, Radierung (Ausschnitt)

© Goethe-Haus Frankfurt / Freies Deutsches Hochstift

Die Rheinreise

William Clarkson Stanfield, Trier, Moselfahrt mit Maler, im Hintergrund Ruine, 1838, Aquarell, Titelbild von: Sketches on The Moselle, The Rhine & The Meuse. London 1838

Malerische Impression eines Nachens mit einem Selbstbildnis des Künstlers

© dilibri Rheinland-Pfalz, www.dilibri.de

Hören Sie sich Nicolaus Vogts Beschreibung eines Reisenachens aus seinen „Mahlerischen Ansichten des Rheins“ (1806) an:
Nicolaus Vogt

Modell eines großen Reisenachens von der Mosel, hergestellt von Horst Lauer, 2012, Holz, Leinen, Kordel
© Stadtmuseum Simeonstift Trier

Die Rheinreise