Eine Gruppe Ausflügler schaut in eine von Burgen gekrönte Landschaft. Der Blick geht über herrliche Weiten nach Süden, dem Sehnsuchtsziel der Romantiker. Rechts ahnt man die Rheinebene und die Pfälzer Berge. Der Hintergrund verschmilzt im blauvioletten Dunst. Davor, im Bildmittelgrund, besetzen die Reste des Auerbacher Schlosses eine Bergesspitze. Weiter entfernt, auf der nächsten, ragt die Ruine der einst mächtigen Starkenburg auf. Noch in der Spätromantik waren steinerne Relikte wie diese Symbole des schmerzhaft empfundenen Untergangs einer großen und glanzvollen Zeit. Der Darmstädter Künstler August Lucas (1803-1863) malte das Bild Mitte des 19. Jahrhunderts von einer felsigen Terrasse unterhalb des Melibokus-Gipfels aus. Er ist der Mann mit braunem Mantel und weißen Hosen. Unter den Frauen mit biedermeierlichen Schuten die Gattin und die Tochter. Ausflüge wie diese waren sehr beliebt. Man ließ sich auf Maultieren oder mit dem Wagen von den kleinen Bergstraßenorten zu begehrten Plätzen mit Fernsicht befördern. Zur Bildstaffage gehören Landleute in Odenwälder Tracht. Sie haben Holzbündel abgelegt und ruhen sich aus. Die verschattete Waldgegend und die hohen Bäume rahmen diese Szene und bringen die restlichen, naturbeseelten Bildelemente zum Leuchten. Rötlich-violette Töne trafen dabei ganz den Geschmack des damaligen Publikums.

Referenzen:

August Lucas
Johann Heinrich Schilbach