Nur wenig ist über die Künstlerbiographie des Porträt-, Historien- und Landschaftsmalers, Zeichners und Lithographen Georg Wilhelm Bode herauszubekommen. Kaum findet man öffentlich ausgestellte Werke. Sein Selbstbildnis ist eine schöne Gelegenheit, ihn in den Blick zu nehmen. Eher noch ist sein Name mit dem regsamen geistigen Klima des Vormärz in Offenbach verknüpft. Denn der national-freiheitlich gesinnte Bode brachte bürgerschaftliches Engagement in die Main-Stadt ein, in die er nach dem Studium in Hanau und in München bei Peter Cornelius 1830 gezogen war. Bode arbeitete nicht nur als spätnazarenisch-romantischer Künstler und Zeichenlehrer, sondern auch als Turnlehrer. Was bedeutet das? Maßgeblich beteiligte sich Bode an der Gründung eines Turnvereins, der den Leib, zugleich aber politisches Bewusstsein bei den Teilnehmern ertüchtigen sollte: vor allem für die Notwendigkeit eines deutschen Nationalstaats. Mit dem Initiator der „Turnbewegung“, Friedrich Ludwig Jahn, war Bode sogar befreundet. Mehrmals soll ihn der „Turnvater“ im Isenburger Schloss besucht haben. Im zweiten Stock betrieb Bode seine Werkstatt und im Erdgeschoss unterwies er das vaterländisch-erzieherische ‚Turnen’. Als man es als politisch verdächtig verbot, auch privat. In den Jahren der Revolution 1848/49 stand Bode mitten im Freiheitsgeschehen. Die junge Technik der Lithographie, die in Offenbach erstmals 1799 kommerziell angewendet worden war, setzte er auch für den Bereich politischer Zeichnungen und Flugschriften ein. Den Erfinder der Steindruckverfahrens, Alois Senefelder, hatte Bode wohl persönlich in Paris kennengelernt. Nach seiner Rückkehr 1837 gründete er vor Ort die erste lithographische Anstalt.

Referenzen:

Künstlerbilder (Bode)