Der kanadische Historiker Robert R. Taylor hält die Heimburg für ein „durch und durch romantisches Schloss“. Sie sei Teil eines nationalistischen Kaleidoskops am Rhein. Tatsächlich schuldet sie ihr heutiges Aussehen den Nachwirkungen einer Epoche, in der man Rheinburgen zu Zeugen glanzvoller deutscher Geschichte erklärte. Neogotisch aufgeputzt sitzt sie auf einem breiten Bergfelsen dicht am Strom über Niederheimbach, umgeben von sattem Grün. Unter den rekonstruierten und nachträglich romantisierten Anlagen nimmt die auch Hohneck genannte Burg eine Sonderstellung ein: Sie wuchs mit der Zeit immer weiter, ja ein ganzer Wohnflügel und andere Häuser kamen hinzu. Die um 1300 errichtete, nahezu quadratische Grenzfeste eines Mainzer Erzbischofs mit zwei Rundtürmen erlebte nach der Zerstörung durch Franzosen manchen Besitzerwechsel. Zuletzt in rascher Abfolge. Fürstliche und bürgerliche Burgenschwärmerei trieb im 19. Jahrhundert besonders diese – Freiherr Otto von Wackerbarth, den Fabrikanten Eduard von Rabeneck sowie den Industriellen und Politiker Hugo Stinnes – zu historisierenden Ergänzungen. Sie überformten die alte Bausubstanz. Villenartig nun schmiegt sich ihre Architektur an den Ort. Die Heimburg ist kein hoch gelegener ‚Adlerhorst’ wie die benachbarten, Besucher lockenden Schauburgen Sooneck und Rheinstein. Das Gemäuer ist wahrhaftig ein spätromantisches Heim, in Privatbesitz, und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Referenzen:

Johann Adolf Lasinsky
Mit dem Romantiker Friedrich Schlegel wurden die wilden Gegenden des Rheines schön, die Bruchstücke alter Burgen zu „Denkmalen menschlicher Heldenzeit“. Hören Sie:
Mittelalterbegeisterung und Burgen-Liebe
Eine weltweit einmalige Burgendichte weist das Mittelrheintal auf 67 km zwischen Bingen und Koblenz auf. Für die Romantiker galt der das Schiefergebirge durchbrechende Rhein mit seinem säumenden Fries von Bergschlössern, Trutzburgen und Festungen als ideale Landschaft. Friedrich Schlegel stellte die Verbindung der Rhein-Natur mit einer "Zivilisation" in Gestalt von Burgen außerdem als spezifisch deutsch heraus. Den Kult der Burgruinen suchte er als Wegweiser nationaler Identität zu deuten. Die alten, in Kriegen zerstörten 'Herrschaftszeichen' adeliger Häuser standen nun als Monumente eines verklärten Mittelalters. Am Rhein und überall wurden Sehnsuchtsorte aus ihnen. Im Blickwinkel der Romantiker kannte die Epoche vor der Neuzeit ein geeintes und prachtvolles Kaiserreich mit einer Bevölkerung, die (vor der Reformation) nur einem christlichen Glauben anhing.
Ernst Heilmanns Figuren aus dem ehemaligen Märchenhain in Niederheimbach sind jetzt über den ganzen Ort verteilt:
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