In Frankfurt am Main entsteht das Deutsche Romantik-Museum. 2021 soll es eröffnen. Durch den Abriss eines Gebäudekomplexes am Geburtshaus Johann Wolfgang von Goethes bot sich vor einigen Jahren eine Chance: Der Romantik als Schlüsselepoche der deutschen und europäischen Geistesgeschichte einen Erinnerungsort zu geben. Die neue Kultureinrichtung wird mit dem Goethe-Haus und Goethe-Museum in direkter Nachbarschaft einen spannungsreichen Dialog zwischen Goethe und der Romantik eröffnen können. Grundlage für dieses in Deutschland noch fehlende Romantik-Museum ist eine weltweit einzigartige Sammlung zur Literatur der Epoche, die zu lange in den Kellern lagerte. Sie wurde die in den vergangenen 100 Jahren vom Freien Deutschen Hochstift, dem Träger des Frankfurter Goethe-Hauses, zusammengetragen.

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Goethe und die Romantik
Eine Würdigung Johann Wolfgang von Goethes am Ende des Romans "Godwi" von Clemens Brentano bündelt die Verehrung, die man ihm entgegenbrachte: "Ein Dichter hatte uns alle geweckt!" Kein einziger Schriftsteller der romantischen Generation setzte sich nicht mit dem Werk der unangefochtenen Autorität der deutschen Literatur auseinander. "Götz von Berlichingen", "Werther", "Faust", die Liedlyrik, vor allem "Wilhelm Meister" waren ihnen Ausgangspunkte. Novalis bekannte, Goethe sei "der wahre Statthalter des poetischen Geistes auf Erden". Die meisten hatten den Geheimrat auch persönlich kennengelernt. Mit Achim von Arnim ging der begeisterte Goethe sogar einzeln die Lieder von "Des Knaben Wunderhorn" durch. Doch die anfängliche, gegenseitige Zuneigung erkaltete. Goethe lehnte die romantische Einheit von Dichtung, Malerei und Musik ab. Besonders der Kunst warf er vor, anstelle des Geistes auf das Gemüt zu setzen. 1829 urteilte er: "Klassisch ist das Gesunde, romantisch das Kranke." Sein Spätwerk lässt dagegen merken, dass es ihm – zumindest literarisch – um eine Versöhnung des Klassischen und Romantischen zu tun war.