Dem Künstler Ludwig Emil Grimm war es lieb, dass er Steinau „noch einmal im Leben“ sehen konnte. 1850, auf der Hochzeitsreise mit seiner zweiten Frau Friederike, richtete er es ein, dass die Route von Kassel nach Nürnberg und zurück auch das alte Kinderparadies einschloss. Alle Stationen, Erlebnisse und Begegnungen dieser Fahrt hielt der damals 60jährige in dreiundachtzig Federzeichnungen auf einer 9,4 Meter langen Rolle fest. Zusammengenommen stellt der in Kassel bewahrte Streifen eine einzigartige, bewegte Bilderschau dar. Es sind humorvolle Szenen dabei, aufs Papier gebracht „mit eiligem Stift zum spaßigen Andenken“. Fast nehmen sie einen Wilhelm Busch (ohne Reime) vorweg. Das Heimatgefühl Grimms für Steinau und seine Umgebung überträgt sich in zwölf liebevollen und knapp kommentierten Skizzen. An diesem Ort war Grimm, der jüngere Bruder der berühmten Märchensammler und Germanisten Jacob und Wilhelm, eins mit sich selbst gewesen.

Referenzen:

Ludwig Emil Grimm
Brüder Grimm-Haus